Historie Karneval
Warum feiern wir eigentlich Karneval?
Wenn in den Straßen wieder bunte Kostüme zu sehen sind, Musik erklingt und die Jecken das Rathaus stürmen, beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Doch woher stammt der Karneval eigentlich? Und warum findet er jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt statt?
Die Wurzeln des Karnevals reichen viele Jahrhunderte zurück. Bereits in der Antike feierten die Menschen ausgelassene Feste, bei denen für kurze Zeit die gewohnte Ordnung auf den Kopf gestellt wurde. Es wurde getanzt, gefeiert und gelacht – unabhängig von Herkunft oder gesellschaftlichem Stand. Diese alten Bräuche entwickelten sich im Laufe der Zeit weiter und verbanden sich mit christlichen Traditionen.
Der heutige Karneval steht eng mit der Fastenzeit vor Ostern in Verbindung. Früher begann nach den närrischen Tagen eine 40-tägige Fastenzeit, in der viele Menschen bewusst auf bestimmte Speisen oder Gewohnheiten verzichteten. Vor dieser entbehrungsreichen Zeit wurde deshalb noch einmal ausgiebig gefeiert. Genau daraus entstand die Tradition, vor Beginn der Fastenzeit fröhlich zusammenzukommen, gemeinsam zu essen, zu trinken und das Leben zu genießen.
Auch der Name „Karneval“ wird häufig mit dem lateinischen Ausdruck *carne vale* in Verbindung gebracht, was sinngemäß „Fleisch, lebe wohl“ oder „Auf Wiedersehen, Fleisch“ bedeutet. Er erinnert daran, dass während der Fastenzeit früher auf Fleisch und andere Genussmittel verzichtet wurde.
Warum Karneval jedes Jahr an einem anderen Datum gefeiert wird, hängt ebenfalls mit Ostern zusammen. Das Osterfest wird immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert und fällt deshalb jedes Jahr auf ein anderes Datum. Da die Fastenzeit 46 Kalendertage vor Ostern beginnt, verschieben sich auch die närrischen Tage. Der Rosenmontag liegt genau 48 Tage vor Ostersonntag, Weiberfastnacht vier Tage davor und Aschermittwoch markiert schließlich das Ende der Karnevalszeit und den Beginn der Fastenzeit.
Typisch für den Karneval sind bis heute Verkleidungen, Musik, Tanz und Umzüge. Die Kostüme hatten ursprünglich nicht nur den Zweck, Spaß zu machen. Früher glaubten viele Menschen, mit Masken und Verkleidungen böse Geister vertreiben zu können. Gleichzeitig boten sie die Möglichkeit, für kurze Zeit in eine andere Rolle zu schlüpfen und den Alltag hinter sich zu lassen.
Besonders im Rheinland entwickelte sich der Karneval zu dem Brauchtum, wie wir es heute kennen. Vereine entstanden, Prinzenpaare wurden gewählt und große Rosenmontagszüge lockten immer mehr Besucher an. Auch in Westfalen hat sich der Karneval über viele Jahrzehnte fest etabliert. Zahlreiche Karnevalsvereine pflegen mit viel ehrenamtlichem Engagement die Tradition und sorgen Jahr für Jahr dafür, dass Menschen aller Generationen gemeinsam feiern können.
Dabei geht es um weit mehr als Konfetti und Kamelle. Karneval bringt Menschen zusammen, schafft Gemeinschaft und sorgt für unvergessliche Momente. Ob auf einer Prunksitzung, beim Straßenkarneval oder während eines Vereinsfestes – der Gedanke des Miteinanders steht seit jeher im Mittelpunkt.
Auch die KG Neustadt e.V. 1951 versteht sich als Teil dieser langen Tradition. Mit viel Herzblut, Kreativität und ehrenamtlichem Einsatz trägt der Verein dazu bei, das karnevalistische Brauchtum in Ahlen lebendig zu halten und Jahr für Jahr neue Erinnerungen für Jung und Alt zu schaffen.
Denn eines hat sich seit Jahrhunderten nicht geändert: Karneval bedeutet, gemeinsam zu lachen, den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen und das Leben zu feiern.
